Leben ist wie Zeich­nen ohne Radier­gum­mi

Kon­fir­ma­tions­got­tes­dien­ste in der gut be­such­ten Markt­kirche
Konfis der Ev. Johanneskirchengemeinde und Ev. Marktkirchengemeinde 2021 (mit medizinischer Maske)

Am Ende eines von vie­len Her­aus­for­de­run­gen und pan­de­mie­be­ding­ten Ein­schrän­kun­gen ver­bun­de­nen Jah­res wur­den am ver­gan­ge­nen Sonn­tag (12.09.) 13 Kon­fir­man­din­nen und Kon­fir­man­den der Ev. Johan­nes­kir­chen­ge­mein­de und der Ev. Markt­kir­chen­ge­mein­de in der Wies­ba­de­ner Markt­kir­che kon­fir­miert.

Konfis der Ev. Johanneskirchengemeinde und Ev. Marktkirchengemeinde 2021 spielen das Fröbelturm-Teamspiel

Einen Tag zuvor hat­ten sich die Jugend­li­chen noch ein­mal mit den Kon­fi-Tea­mern und den bei­den Pfar­rern Stephan Da Re und Dr. Holger Saal getrof­fen, die Abläu­fe geprobt, Fotos gemacht, aber auch gemein­sam geges­sen und gespielt. Stephan Da Re, der kürz­lich mit einem Tweet zum The­ma Glo­cken­ge­läut bun­des­weit für Auf­se­hen gesorgt hat, beton­te in sei­ner Anspra­che, dass die Kon­fir­man­den­ar­beit eine wich­ti­ge Lebens­äu­ße­rung von Kir­che sei, genau­so wie das Glo­cken­ge­läut und die Kir­chen­mu­sik, die Beglei­tung von Men­schen jedes Alters in ganz unter­schied­li­chen Situa­tio­nen oder an den Wen­de­punk­ten im Leben wie Tau­fe, Kon­fir­ma­ti­on, Trau­ung und Bestat­tung.

Kin­der und Jugend­li­che sind Gegen­wart und Zukunft unse­rer Kir­che. Sie zu betei­li­gen und ihnen und ihren Anlie­gen Raum zu geben, ist rich­tig und wich­tig.

„Wir wol­len den Jugend­li­chen neue Per­spek­ti­ven und Ein­bli­cke ermög­li­chen, ob im Rah­men einer Erkun­dung der Markt­kir­che, beim gemein­sa­men Brot­ba­cken, auf dem Fried­hof oder im Gespräch mit einem Bestat­ter“, so Da Re. Die Beglei­tung von Jugend­li­chen und jun­gen Erwach­se­nen in Schu­le und Gemein­de gehö­re für ihn zu den schöns­ten Auf­ga­ben sei­nes Berufs, so der Pfar­rer. Sein Kol­le­ge Saal ergänzt: „Kin­der und Jugend­li­che sind Gegen­wart und Zukunft unse­rer Kir­che. Sie zu betei­li­gen und ihnen und ihren Anlie­gen Raum zu geben, ist rich­tig und wich­tig.“

In sei­ner Pre­digt zitier­te Saal den Maler und Zeich­ner Oskar Kokosch­ka mit den Wor­ten „Leben ist wie Zeich­nen ohne Radier­gum­mi“, frag­te nach dem, was die jun­gen Men­schen als schon beschrie­be­ne Blät­ter mit­bräch­ten und was wohl im Lau­fe ihres Lebens noch dazu­kä­me. Da gebe es nicht nur gera­de Lini­en, son­dern auch krum­me. Nur Gott sei per­fekt, alles dar­un­ter sei zur Mensch­lich­keit beru­fen. „Ihr seid ein Ori­gi­nal. Des­halb ach­tet immer dar­auf, dass Ihr nicht zu einer bil­li­gen Kopie wer­det“, so Saal wei­ter.

Auf­grund der Pan­de­mie­ent­wick­lung konn­te die für Anfang Mai geplan­te Kon­fir­ma­ti­on erst jetzt im Rah­men von zwei Got­tes­diens­ten gefei­ert wer­den. Ein neu­er Kurs begann bereits im Juni und endet vor­aus­sicht­lich im Mai 2022.